Bevölkerung
Die Einwohnerzahl Kroatiens beträgt etwa 4,78 Millionen. Stärkste
ethnische Gruppe sind mit einem Anteil von 78 Prozent die Kroaten;
etwa 12 Prozent sind Serben. Außerdem leben Bosnier, Ungarn, Slowenen,
Tschechen, Italiener, Albaner sowie Sinti und Roma im Land. In den
vergangenen Jahren gab es in Kroatien zum Teil massive Flüchtlingsbewegungen,
die zu Veränderungen der Bevölkerungsanteile führten.
Bildung und Kultur
Die Ausbildung an den Vor-, Primar- und weiterbildenden
Schulen ist allen Bewohnern des Landes zugänglich. Es herrscht Schulpflicht
vom 6. bis zum 15. Lebensjahr. Aufgrund der jahrzehntelangen Förderung
des Bildungssystems konnte der Alphabetisierungsgrad auf 97 Prozent
gesteigert werden. Die Republik verfügt über 61 höhere Bildungseinrichtungen,
darunter die Universitäten in Zagreb (gegründet 1669 und damit eine
der ältesten in Europa), Split (1974), Rijeka (1973) und Osijek
(1975) sowie drei polytechnische Hochschulen.
Das kulturelle Erbe Kroatiens ist durch die Hinterlassenschaften
der vielen Völker, die hier lebten, überaus reich. Der Diokletianpalast
in Split zählt zu den größten Anlagen der römischen Antike. Auch
die Bauwerke der Altstadt von Dubrovnik sind Zeugnisse der wechselvollen
Geschichte der Stadt.
Executive
Der Präsident der Republik ist das Staatsoberhaupt und wird für
eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt. Der Präsident setzt
die Parlamentswahlen an und ernennt die Mitglieder des Ministerrates
(Kabinett) sowie den Ministerpräsidenten als Chef der Regierung.
Flora und Fauna
In der adriatischen Region gedeiht mediterrane Vegetation.
Verbreitet wachsen Zedern, Zypressen, Pinien und Agaven. Die durch
Verkarstung geprägten Gebiete sind durch Macchie geprägt. Die Küstenregion
bietet zahlreichen Reptilien (u. a. Schildkröten und Eidechsen)
geeigneten Lebensraum. In den gebirgigen Gebieten leben Hasen, Füchse,
Luchse, Wiesel, Otter, Braunbären, Rotwild, Marder, Wildschweine,
Wildkatzen, Wölfe und Mufflons (wilde Schafe) sowie Raubvögel. Typische
Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind
Grottenolme.
Industrie
Vorherrschende Industriebetriebe
sind Erdölraffinerien, Eisen- und Stahlwerke, Schiffswerften, Chemieunternehmen
und Produktionsstätten für Nahrungsmittel, Maschinen, Zement und
Beton, Metallwaren und Textilien. Die ehemals bedeutende Bergbauindustrie
verzeichnet seit einigen Jahren Rückgänge in der Produktion. Viele
der Industriebetriebe Kroatiens wurden 1991 bei den Kämpfen zerstört
oder beschädigt. Der Wiederaufbau der Anlagen bindet viele finanzielle
Mittel und verhindert eine weitere Entwicklung in einigen anderen
Produktionsbereichen.
Zu Beginn der Auseinandersetzungen mit Serbien ging ab Mitte 1991
die Industrieproduktion massiv zurück. Das Wirtschaftswachstum sank
im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel, und das Bruttoinlandsprodukt
des Landes fiel von 13,5 Milliarden US-Dollar (1990) auf 7,5 Milliarden
US-Dollar (1992). Die Inflationsrate kletterte Ende 1992 bis auf
über 500 Prozent. Ab 1993 verzeichnete die kroatische Wirtschaft
Zuwachsraten, und bis 1996 konnten in den meisten Branchen erhebliche
Produktivitätssteigerungen verzeichnet werden. Parallel dazu stieg
das Bruttoinlandsprodukt auf etwa 14 Milliarden US-Dollar.
Judikative
Der Oberste Gerichtshof ist die höchste juristische Instanz Kroatiens.
Alle Richter werden vom Städtetag auf Empfehlung des Abgeordnetenhauses
ernannt. Außerdem gibt es ein Verfassungsgericht und mehrere Straf-
und Zivilgerichte sowie Berufungsgerichte.
Klima
Im Landesinneren herrscht kontinentales Klima mit heißen Sommern
und kalten Wintern vor. Die mittleren Monatstemperaturen liegen
im Sommer um 23 °C, im Winter um den Gefrierpunkt. Im Nordosten
Kroatiens liegen die Jahresniederschläge um 700 Millimeter. Wesentlich
feuchter ist es an der adriatischen Küste; dort ist das Klima mediterran
mit milden, regnerischen Wintern (Januarmittel um 7 °C) und warmen,
trockenen und sehr sonnigen Sommern (Julimittel um 24 °C). Am regenreichsten
sind die küstennahen Gebirge mit Jahresniederschlägen von bis zu
3 000 Millimetern.
Die mittleren Temperaturen liegen in Zagreb im Januar bei 0 °C und
im Juli bei 24 °C, in Dubrovnik betragen die Werte im Januar 9 °C
und im Juli 25 °C.
Kommunalverwaltung
Administrativ ist Kroatien in 20 Gespanschaften eingeteilt. Einen
besonderen Status hat die Stadt Zagreb als die kroatische Metropole.
Dieser neue Aufbau der staatlichen Verwaltung beruht auf einer historischen
Tradition. Im Laufe der kroatische Geschichte war die Gespanschaft
die administrative Einheit eines Stammes. Die Gränzen der einzelnen
Gespanschaften waren überwiegend natürlich. Den Begriff Gespanschaft
als administrative Einheit gibt es in Kroatien bis 1918, als Kroatien
zum Mitglied des Königsreichs der Serben, der Kroaten und des Serben
wurde, d.h. dem Ersten Jugoslawien eingegliedert wurde.
Nach 1992 wurden die unabhängige Republik Kroatien wiederrum in
Gespanschaften eingeteilt.
In den 21 Gespanschaften gibt es 120 Städte und 420 Gemeinden.
Landwirtschaft
Fast zwei Drittel der Fläche werden agrarisch genutzt; vor allem
die fruchtbaren Böden im Save-Drau-Zwischenstromland werden intensiv
kultiviert. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten gehören
Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen und Mais. In klimatisch begünstigten
Lagen werden auch einige Sonderkulturen angebaut, vor allem Wein
und Obst. Entlang dem südlichsten Küstenabschnitt werden bei Tabak
und Zitrusfrüchten hohe Ernteerträge erzielt.
In der Viehhaltung dominieren Rinder-, Schaf- und Schweinezucht.
In den küstennahen Gewässern des Adriatischen Meeres ist der Fischfang
eine wichtige Einkommensquelle.
Legislative
Das kroatische Parlament (Sabor) besteht Heute aus einem Kammer
, früher aus zwei Kamern: dem Repräsentantenhaus mit 127 Mitgliedern
(Zastupnicki dom), das Gesetze verabschiedet, und dem Komitatshaus
(Zupanijski Dom) mit 63 Sitzen, das eine Prüfung der Gesetze vorschlagen
oder verlangen kann. Die Abgeordneten beider Kammern sind jezt nur
ein geworden und wird auf vier Jahre direkt gewählt. Von den 127
Sitzen des Repräsentantenhauses sind zwölf für Kroaten im Ausland
und sieben für Minderheiten (drei davon für Serben) garantiert.
Soziales
Das vom Staat subventionierte Gesundheitssystem
steht allen Bürgern des Landes zur Verfügung. Die medizinische Versorgung
der Bevölkerung ist ausreichend. Grundsätzlich führten die Folgen
der Kriegshandlungen jedoch zu einer Verschlechterung der sozialen
Lage der Bewohner des Landes.
Sprache und Religion
Die offizielle Landessprache ist Kroatisch.
Kroatisch wird mit dem lateinischen Alphabet geschrieben. Die meisten
Kroaten bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche. Die serbische
Minderheit gehört dem serbischen Zweig der orthodoxen Kirche an.
Die in Kroatien lebenden Bosnier sind Muslime.
Städte
63 Prozent der Bevölkerung leben in Städten. Die größten
Städte sind Zagreb, das bedeutendste Industriezentrum der Republik,
mit 710 000 Einwohnern, Split (190 000 Einwohner) und Rijeka (168
000 Einwohner), zwei wichtige Seehäfen, sowie das Industriezentrum
Osijek (104 000 Einwohner). Weitere Städte sind u. a. Zadar, Pula,
Karlovac, Slavonski Brod, Dubrovnik und Sisak. (Ausführliche Informationen
zu den einzelnen Städten finden Sie unter "Tourismus/Städteinformationen".
Währung
Zur Bekämpfung der galoppierenden Inflation ersetzte im Mai
1994 der Kuna den kroatischen Dinar (der im Dezember 1991 an die
Stelle des jugoslawischen Dinar getreten war) als Landeswährung
der Republik. Ein Kuna entspricht 100 Lipa. ( 1 € = ca. 7,50
kn )
Wirtschaft
Kroatien war eine der wohlhabendsten
der sechs ehemaligen Teilrepubliken der Volksrepublik Jugoslawien.
Hier wurden Ende der achtziger Jahre, als die Bestrebungen zur staatlichen
Unabhängigkeit forciert wurden, Schätzungen zufolge etwa 25 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts des gesamten Landes erwirtschaftet. Die
kroatische Volkswirtschaft war strukturell relativ ausgewogen, verzeichnete
jedoch schon vor Einsetzen der Kriegshandlungen (Mitte 1991) Produktionseinbrüche.
Zollformalitäten
Einzelpersonen dürfen Waren im
Wert von 100 USD unverzollt einführen. Liegt der Wert der eingeführten
Waren zwischen 100 USD und 500 USD, so müssen eine Zollgebühr
in Höhe von 8% sowie 22% Mehrwertsteuer entrichtet werden.
Überschreitet der Wert der eingeführten Waren 500 USD,
wird die Zollgebühr aufgrund des Zolltarifs festgesetzt und
beträgt dann zwischen 0 und 25%. Die zu zahlende Mehrwertsteuer
beträgt imer 22%.
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