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Kornati
KORNATI (Kornaten), die größte und dichteste Inselansammlung
im Adriatischen Meer; umfaßt 147 Inseln, Inselchen und Riffe
mit einer Gesamtfläche von 69 km2, auf über 230 km2 verstreut.
Sie erstrecken sich in einer Länge von etwa 35 km und einer
Breite von 13 km zwischen den Inseln Dugi otok im Nordwesten, Zirje
im Süd-osten sowie PaSman, Vrgada und Murter im Norden und
Nordosten. Ihren Namen bekam die Inselgruppe nach der größten
Insel Kornat (32,62 km2). Plinius bezeichnete sie als Cratea. Auf
südwestlicher, zur offenen See gekehrten Seite sind die Küsten
sehr steil (Steilwände); die höchsten Kliffe findet man
auf KlobuCar (80 m), Mana (65 m), RaSip Veli (64 m) u.a. Da die
Kornaten aus Kalkstein bestehen, gibt es hier weder Quellen noch
sonstige Wasserläufe. In einigen Karstdepressionen mit abgelagerter
Roterde hält sich das Wasser den Großteil des Jahres
über. Brackwasser tritt an etwa 40 Stellen (Höhlen) zutage.
Regenwasser wird in Zisternen gesammelt. Die Winter sind mild; mittlere
Lufttemperatur im Januar 7,3 °C, im Juli 23,9 °C. Höchsttemperaturen
nicht über 33 °C, Tiefsttemperaturen nicht unter –7
°C. Im Durchschnitt 106 heitere Tage, leichte Bewölkung
an 134 und dichte Bewölkung an 125 Tagen im Jahr. Luftfeuchtigkeit
um 65%. Niederschläge an 115 Tagen im Jahr, Schnee fällt
selten. Infolge von ungünstig verteilten Niederschlagsmengen
und Temperaturschwankungen in der Vegetationszeit sowie wegen der
Kalksteingrundlage sind die Inseln spärlich bewachsen. Es überwiegen
die für den Karst typischen kargen Weideflächen. Nur auf
der Nordostseite der Insel Kornat, bei der Stativala-Bucht, trifft
man Steineichen an. Auf Roterdeablagerungen, in Tälern, in
sanfter Hanglage und an geschützten Buchten gedeihen Oliven,
Feigen, Weinreben und Südfrüchte. Die Gewässer der
Kornati-Inseln sind heute einer der reichsten Fischgründe der
Adria. 1980 wurden die Inseln zum Nationalpark erklärt; heute
beträgt die Gesamtfläche des Parks um 234 km2. Sitz der
Verwaltung ist in Murter. Ab dem 14. Jh. wird die Insel Kornat Insula
Sanctae Mariae, Stomorin otok (Himmelfahrtsinsel), Tarac, Toreta
(Tureta) genannt, und ab dem 17. Jh. bürgert sich für
die Inselgruppe der Begriff Coronati ein. Die Kornaten waren seit
dem Neoli-thikum besiedelt. In neuerer Zeit gibt es keine ständigen
Siedlungen; die letzte wird im 18. Jh. unter dem Namen Toreta erwähnt.
Die Inseln waren seit jeher im Besitz von Bürgern aus Zadar.
Ab dem 16. Jh. wurden sie von Venedig verwaltet und an Familien
aus Zadar in Pacht gegeben. _ Die ältesten archäologischen
Funde auf Kornat sind Reste illyrischer Siedlungen (StraZiSCe, Toreta)
und Hügelgräber. Römische Mauerreste findet man auf
der Anhöhe Toreta; unterhalb des Hügels, auf der Südseite,
sind Reste einer altchristlichen Kirche mit halbrunder Apsis zu
sehen. Innerhalb ihrer Grundmauern entstand später eine noch
erhaltene kleinere Kirche; als Türschwelle verwendete man eine
römische Votivinschrift. Auf dem Gipfel steht eine große
viereckige, zu Beginn des Mittelalters gebaute Festung. Auch auf
dem Inselchen Panitula sind Reste eines wahrscheinlich mittelalterlichen
Turms zu sehen, auf Jadra steht eine Kirche aus dem 16. Jh. “Am
letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, und
so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten”,
schrieb George Bernard Shaw. Die herrliche Natur, die vielen kleinen
und großen Inseln (im Volksmund heißt es: “für
jeden Tag im Jahr eine Insel”), das wunderbare Meer _ all
das macht die Kornati-Inseln zu einem beliebten Ziel von Ausflüglern
und Nautikern. Vor allem für Nautiker und Fischer sind die
Kornaten ein wahres Paradies auf Erden mit sicheren Ankerplätzen
in unzähligen malerischen Buchten. Da jedoch im Nationalpark
auch die Unterwasserwelt unter Naturschutz steht, sollte man sich
zunächst erkundigen, welche Meerestiere und wieviel davon man
fangen darf. Die Inseln bieten eine Fülle an für den Karst
typischen Naturphänomenen: Grotten, Höhlen und Karren,
und bilden den Lebensraum vieler Vogelarten. Die Kornati-Inseln
sind der ideale Ort für all jene, die am Baden im sauberen
und klaren Meer Freude haben, Ruhe und Abgeschiedenheit schätzen
und mal so richtig wie Robinson Urlaub machen wollen. Nautiker übernachten
im eigenen oder gemieteten Boot, man kann vielerorts aber auch ein
Ferienhaus oder eines der traditionellen Steinhäus-chen mieten.
Wer noch nicht segeln kann, hat die Möglichkeit, dies am richtigen
Ort zu erlernen – in einer der Segelschulen auf den Kornaten.
Im Archipel gibt es eine Vielzahl von Buchten und kleinen, von Einheimischen
benutzten Häfen, wo Nautiker vor Anker gehen können. Doch
es gibt auch einen modernen und gut ausgestatteten Jachthafen _
die ACI Marina PiSkera auf der gleichnamigen Insel (s. PiSkera)
mit 120 Liegeplätzen. Auf der Insel Zut, außerhalb des
Nationalparkgebietes, gibt es die ACI Marina Zut, ebenfalls mit
120 Liegeplätzen. Fremdenverkehrsamt: Murter _ Kornati, Rudina
b.b., s. Sibenik, s. Biograd na Moru.
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