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Losinj
LOSINJ, Insel im westlichen Teil der Inselgruppe
Kvarner; 74,68 km2 (31 km lang); 8134 Einw. Von Cres trennt sie
ein 11 m breiter, künstlich angelegter Kanal (Osorski tijesnac)
über den eine Hebebrücke führt. Sie besteht hauptsächlich
aus Kreidekalkstein und Dolomitengestein; im Westen der Halbinsel
Kuril gibt es Sandbänke. Der Nord- und Südteil der Insel
sind wesentlich breiter als der schmale Streifen Privlaka in der
Mitte. Im Westen von Prevlaka liegt eine breite Bucht (5,6 km lang,
bis zu 1 km breit) mit weiteren zwei kleinen Buchten, Kovcanja und
dem Hafen Mali LoSinj. Von den südlich liegenden Buchten ist
Cikat erwähnenswert. Im Norden erhebt sich das Gebirge OsorSCica
(der höchste Gipfel ist Televrina, 588 m), und im Südosten
erhbet sich die Anhöhe GrgoSCak (243 m). Im Hafen Mali LoSinj
ist die Privlaka durchbrochen, so daß die Insel LoSinj in
zwei Teile geteilt ist; über dem Durchgang erhebt sich eine
Brücke. Die Nordwestküste von LoSinj ist steil, felsig
und bietet Schiffen keinen Schutz, weil sie nicht gegliedert ist;
der mittlere Teil des Westküste dagegen ist stark gegliedert.
Die Ostküste verläuft flacher als die Westküste;
im mittleren Bereich ist sie nicht gegliedert und ist der Bora ausgesetzt.
Im Südosten gibt es zahlreiche Buchten. Vor der südöstlichen
Küste liegen die kleinen Inseln Vele Orjule und Male Orjule,
Trasorka, Kozjak u.a. Die Insel hat ein mildes Klima und eine immergrüne
Vegetation (Myrten, Stechpalmen, Lorbeer u.a.), außer den
höchsten Teilen im Norden; um Veli LoSinj, Cikat und längs
der Südwestküste überwiegen Kiefernwälder. Die
durchschnittliche Januartemperatur beträgt 7,3 °C. Im Jahr
fällt 1008 mm Niederschlag (meistens im Herbst). – Einst
wegen der Seefahrt und des Schiffbaus bedeutend wird LoSinj Ende
des 19. Jh. zu einer der Inseln, wo sich der Fremdenverkehr intensiv
entwickelt; 1892 wurden Mali und Veli LoSinj zu Luftkurorten erklärt.
Außer dem Tourismus spielen der tradionelle Schiffbau (kleinere
Motorboote, kleinere Sportboote) und der Fischfang auf der Insel
eine wesentliche Rolle in der Wirtschaft. Das Zentrum der Insel
ist Mali LoSinj, der Ausfahrtshafen für Schiffe, die zwischen
LoSinj und den benachbarten Inseln verkehren. Über die Insel
führt eine regionale Verkehrsstraße; Fährverbindung
(über Cres) Brestova–Porozina, Rijeka–Porozina,
Merag–Valbiska und Mali LoSinj–Zadar. Auf LoSinj wurde
ein Flughafen gebaut.
Die Insel LoSinj ist seit Urzeiten bewohnt (Burgruinen auf den Hügeln
am Fuße der OsorSCica und um den Hafen Mali LoSinj). In der
Antike waren LoSinj und Cres unter dem gemeinsamen Namen Apsirtides
bekannt. An einigen Stellen wurden Mauerreste römischer Landhäuser
(villae rusticae: Liski, Sveti Jakov, StudenCiC bei Cunsko) entdeckt.
Im Mittelalter war die Insel unbewohnt; sie fällt unter geistliche
und weltliche Machthaber aus Osor und teilt bis zur jüngsten
Zeit das Schicksal der Insel Cres. – Aus der Romanik sind
einige Einsiedler-Kapellen erhalten (St. Laurentius, unweit von
Osor, St. Jakob im gleichnamigen Dorf). Die ersten Ansiedler vom
Festland wurden 1280 erwähnt. Ihre Siedlungen bekamen 1389
durch einen Vertrag mit Osor das Recht auf Selbstverwaltung. Der
Name LoSinj wird in Urkunden erstmals 1384 genannt. Durch den allmählichen
Niedergang von Osor wächst ab dem 15. Jh. die Bedeutung der
Orte Veli LoSinj und Mali LoSinj. Im 18. und 19. Jh. kommt es zu
einer schnell vorantreibenden Entwicklung von Handel, Schiffbau
und Seefahrt. Nach dem Untergang Venedigs stand LoSinj unter der
Herrschaft Österreichs bzw. der Donaumonarchie, und zwar bis
zu deren Zusammenbruch im Jahre 1918; bis 1943 unter Italien. 1945
wurde die Insel an das Mutterland Kroatien angeschlossen.
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