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Vis
VIS, Insel der mitteldalmatinischen Inselgruppe;
90,3 km2 (Länge 17 km, Breite bis 8 km); 4338 Einw.; höchster
Gipfel Hum (587 m). An der Westküste der Insel liegt die weite
Sandbucht KomiZa. Die Südküste weist eine Reihe kleinerer
Buchten auf (Travna vela, Travna mala, Stiniva, Ruda, TeleSka vela,
PloCe u.a.). Die Ortschaft Vis mit ihrem kleinen Hafen liegt an
der Nordküste der Insel, wo es steile Kliffe gibt, u.a. den
Gradac-Felsen (100). Der Südostküste sind die Inselchen
Ravnik, Budihovac, Parzanj und Greben vorgelagert. Die Insel Vis
ist Winden aus nordwestlicher und südostlicher Richtung ausgesetzt.
Die mittlere Lufttemperatur beträgt im wärmsten Monat
Juli 24 °C, im Januar 8,8 °C; die jährliche Niederschlagsmenge
liegt bei 557 mm (im Sommer lediglich bei 40 mm). Süßwasserquellen
gibt es nur bei KomiZa. In Korita wurde ein moderner Wasserspeicher
gebaut. Die Vis durchziehenden Hügelketten aus Kalkfelsen sind
zum Teil mit Macchia bewachsen. In den fruchtbaren Tälern,
die mit Roterde und teilweise mit Sandablagerungen bedeckt sind,
wird überwiegend Wein angebaut. Die Hauptorte der Insel, Vis
und KomiZa, sind durch Straßen und Schiffslinien miteinander
verbunden. Auf der Insel gibt es eine Baumschule zur Aufzucht von
Palmen. Der Tourismus gewinnt immer größere Bedeutung.
Vis war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt (Wallburgruinen).
Der Illyrerstamm der Liburner hat im 6. oder 5. Jh. v. Chr. hier
seinen kleinen, von König Ionius regierten Staat. Der syrakusische
Tyrann Dionysos d. Ä. gründet zu Beginn des 4. Jh. v.
Chr. auf der eroberten Insel, auf dem Gebiet der heutigen Ortschaft
Vis, die griechische Kolonie Issa. Issa wird später eine eigenständige
Polis, prägt eigenes Münzgeld und gründet weitere
Kolonien (Lumbarda, Trogir, StobreC). Im Jahr 47 v. Chr. fällt
es in römische Hände. Das antike Issa wurde wahrscheinlich
zur Zeit der Völkerwanderungen zerstört. Im Mittelalter
steht die Insel zunächst unter byzantinischer Herrschaft, danach
gehört sie zu Kroatien. Im Jahr 997 wird die Insel von den
Venezianern angegriffen. Als König Ladislaus von Neapel im
Jahr 1409 seine Rechte auf Dalmatien an Venedig verkauft, fällt
auch Vis (1420) an die Republik. Wegen der Piratengefahr bilden
sich Siedlungen überwiegend im Inneren der Insel; die wichtigste
Siedlung war Velo Selo. Ende des 15. Jh. wird die Insel von den
Truppen des neapolitanischen Königs Ferrante I. geplündert;
größere Orte entstehen an der Küste, so etwa KomiZa
und Luka svetoga Jurja (das heutige Vis). Administrativ war die
Insel jahrhundertelang an Hvar gebunden. Nach dem Fall Venedigs
wurde Vis 1797_1805 von Österreich, 1805_11 von Frankreich,
1811_14 von England, das hier einen starken Flottenstützpunkt
ausbaute, und 1814_1918 erneut von Österreich verwaltet. Im
Krieg zwischen Italien und Österreich spielte sich am 20. Juli
1866 vor der Nordküste der Insel eine der bedeutendsten Seeschlachten
des 19. Jh. ab, aus der die österreichische Flotte unter Admiral
Tegetthoff als Sieger hervorging. Nach der italienischen Besetzung
1918_20 fiel Vis an das Mutterland. 1944 war hier der Sitz des Generalstabs
von Titos Partisanen.
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