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Zadar
ZADAR, Hafenstadt in Norddalmatien; 76343 Einw. Die Stadt entwickelte
sich auf einer geschützt gelegenen Landzunge mit natürlichem Hafen
und verband sich frühzeitig, dank der günstigen Verkehrsverbindungen,
mit dem Hinterland. Die Lage Zadars gewährte eine optimale Verbindung
zwischen den Hochseerouten aus Ravenna, Venedig und Triest und den
ostadriatischen Schiffsrouten. Nach der Bewältigung der Hochseerouten
und vor Antritt der Weiterreise durch die inselreiche Ostadria bot
der Hafen von Zadar Erholung, während deren die Zeit für Schiffsreparaturen
und Proviantaufnahme genutzt wurde. Mit der Entwicklung der Dampf-
und Motorschiffahrt wurde der Hafen für große Schiffe zu schmal
und zu seicht. Durch die Konzentration des Verkehrs in den nordadriatischen
Häfen und die Entwicklung von Split und Sibenik verlor Zadar allmählich
seine Vorrangstellung. Der Bau von Verkehrsverbindungen (Adria-Küstenstraße
1959; Bahnlinie Knin_Zadar 1966) bringt die Vorteile der geographischen
Lage Zadars mit dem Hafen GaZenica (1968) und dem Flughafen (1969)
erneut zur Geltung.
Die Lage der Stadt in flachem Küstengebiet wirkt sich nachhaltig
auf die hiesigen Klimaverhältnisse aus. Die mittlere Lufttemperatur
beträgt im Juli 25 °C, im Januar 6,5 °C; 200 heitere Tage im Jahr.
Deswegen überwiegt mediterrane Vegetation (in den Stadtparks gedeihen
exotische und subtropische Pflanzen).
Der älteste Teil der Stadt entstand im Nordwesten der (4 km langen
und durchschnittlich 500 m breiten) Halbinsel, die die Jazine-Bucht
und den Alten Hafen abschließt. Die neuen Wohnviertel VoStarnica
und Brodarica liegen überwiegend am Nordostufer des Alten Hafens,
außerhalb des altern Stadtkerns auf der Halbinsel. Im Nordwesten
der Stadt liegt die Touristensiedlung Borik mit Hotels und Gaststätten.
Im Süd-osten, am GaZenica-Hafen, entwickelt sich eine neue Hafen-
und Industriezone.
In Zadar wirken viele Kultureinrichtungen: eine Philosophische
Fakultät (1956), ein Historisches Archiv (Zentralarchiv für Dalmatien,
1625), ein Institut der Kroatischen Akademie der Wissenschaften
und Künste (HAZU), viele Museen, eine ständige Ausstellung sakraler
Kunst (1976); alljährlich finden in der Donatuskirche Musikabende
statt (seit 1961). Fährverbindung nach Preko, Zaglav, Mali LoSinj,
Rijeka, Split, Dubrovnik und Ancona. Der Flughafen Zadar liegt bei
Zemunik Donji.
Zadar und die dazugehörige Fremdenverkehrsregion nehmen eine zentrale
Lage an der kroatischen Adriaküste ein, die hier am reichsten gegliedert
ist und eine Vielzahl malerischer Inseln aufweist. In der näheren
und weiteren Umgebung liegen die Nationalparks Plitvicer Seen, Paklenica,
Krka und Kornati-Inseln, der Naturpark TelaSCica sowie mehr als
300 Inseln und Inselchen des Zadar vorgelagerten Archipels. Die
Naturschönheiten, die zahlreichen Buchten und Strände, die Kultur-
und Geschichtsdenkmäler, das vielfältige gastronomische Angebot
mit auserlesenen einheimischen Spezialitäten _ all dies macht Zadar
und seine Umgebung zu einem der attraktivsten Fremdenverkehrsgebiete
Kroatiens.
Der Tourismus hat in Zadar eine lange Tradition. In den Annalen
der Stadt ist vermerkt, daß eine Wiener Reisegruppe im Juni 1879
die Stadt Zadar besuchte; 1892 wurde eine Gesellschaft zur Verschönerung
der Stadt gegründet (sie wirkte bis 1918). 1899 ist das Gründungsjahr
der Alpinistischen und touristischen Gesellschaft “Liburnija”. Im
März des Jahres 1902 wurde das Hotel Bristol, das heutige Hotel
Zagreb, eröffnet.
Den touristischen Reiz Zadars und seiner Umgebung machen die vielfältigen
Möglichkeiten für Nautiker, aber auch für “Festlandgäste” aus: gute
Unterkunft, eine vorzügliche Gastronomie, herrliche Naturlandschaft
mit Stränden und Promenaden, Ausflüge in die nähere und weitere
Umgebung, ein reiches Denkmalserbe, interessante Kunst- und Kulturveranstaltungen,
aber auch gute Unterhaltung.
Der historische Stadtkern ist ein lohnendes Ziel für all jene,
die Interesse für Geschichte und Kultur haben. Die Donatuskirche,
das Wahrzeichen der Stadt, muß man gesehen haben, ebenso die Museen
Zadars: das (1830 gegründete) Archäologische Museum, mit etwa 80.000
Exponaten von der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters eines
der bedeutendsten im Lande; das Volksmuseum mit Kunstgalerie und
naturkundlicher Abteilung; das Seefahrtsmuseum, das die Entwicklung
der Seefahrt in Norddalmatien dokumentiert; die ständige Ausstellung
sakraler kirchlicher Kunst mit etwa 1000 wertvollen Exponaten aus
vergangenen Jahrhunderten, bekannt unter der populären Bezeichnung
“Das Gold und Silber Zadars”.
In den zahlreichen Restaurants und Weinschenken der Stadt sollte
man die einheimischen Spezialitäten kosten. Von den Getränken sollte
man unbedingt den Maraschino probieren, der bereits im 19. Jh. an
den Höfen in London, Wien und Moskau beliebt war; der Likör wird
seit 1821 in Zadar hergestellt. Das Freizeit- und Sportangebot ist
erstklassig: zur Verfügung stehen viele Tennis-, Fußball-, Basketball-
und Handballplätze; es können ferner verschiedene Wassersportarten
wie Segeln, Surfen, Rudern, Tauchen und die Sportfischerei betrieben
werden.
Kunst und Kultur werden ebenfalls großgeschrieben. Tradition haben
die Musikabende in der Donatuskirche (alte Musik), das Festival
des neuen Theaters, der Theatersommer von Zadar sowie verschiedene
Veranstaltungen im Bereich der bildenden Künste. Gefeiert wird der
Chrysogonus-Tag, gleichzeitig auch das Stadtfest von Zadar (24.
November).
Ausflüge werden regelmäßig organisiert.
Zadar bietet Nautikern gute Dienstleistungen. Der Jachthafen Borik
liegt innerhalb des Hotelkomplexes Borik an der gleichnamigen Bucht;
er hat 200 Liegeplätze im Meer und weitere 200 an Land und verfügt
auch über eine Charter-Flotte.
Der Jachthafen Tankerkomerc Zadar liegt im Stadthafen; er hat 300
Liegeplätze im Meer und weitere 200 an Land.
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